Vereinssatzung

1. Vorsitzende  Andrea Thesing

1. Vorsitzende
Andrea Thesing

Erste vorläufige Präambel

Ohne Kultur ist die Herstellung, Entwicklung und Erneuerung von menschlicher Gesellschaft nicht vorstellbar. So ergibt sich die kulturelle Vorbestimmtheit des Gesellschaftlichen aus der Gesamtheit der Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten einer Gesellschaft, die letztlich auf einem System der symbolischen (Vermittlungs-)Formen, deren möglichen Bedeutungen und Interpretationen beruht. Entsprechend ist jedwede soziale Ordnung symbolischer Herkunft und die soziale Integration der Menschen geschieht mittels des Mediums der Sprache und des sozialen Handelns, welches aus dem Bedeutungsvorrat der durch Sprache überlieferten Kultur symbolischer Formen schöpft. So verstanden entpuppen sich Kultur und Gesellschaft als zwei unterschiedliche Sichtweisen eines umfassenden Gesamtthemas und das in diesem Zusammenhang (auch metaphorisch gemeinte) Schaffen von Brücken als aus einer Vielfalt wählbare und sinnvolle Wege der kulturellen und sozialen Integration.
Mit Integration meinen wir ein ganzheitliches mehrdimensionales Geschehen. Dieses Geschehen beinhaltet gleichwertig mindestens folgende drei Perspektiven:
1. die individuelle Perspektive des Betroffenen (der einer ausgegrenzten oder nicht ausreichend anerkannten Bezugs- bzw. Randgruppe (z.B. beeinträchtigter oder alter Mensch) angehört):
der Betroffene bringt sich aktiv in eine Gruppe/Gemeinschaft ein und möchte einbezogen werden(Bereitschaft).
2. die soziale Perspektive des nicht unmittelbar betroffenen (Mit-)Menschen:
der nichtbetroffene Bürger erkennt, dass die sozial unterbewerteten Bezugs- und/oder Randgruppen auch ein der Gesamtgesellschaft ergänzender oder vervollständigender Teil sind und das diese entweder ungerechtfertigt ausgesondert worden sind, und/oder sieht ein, dass ihr/ihm bzw. uns durch die nicht zureichend gewährte soziale Anerkennung wertvolle Erfahrungen im Umgang mit diesen Menschen/dieser Gruppe entgehen.
3. die gesellschaftlich-institutionelle Perspektive des Staates:
aus vielfältigen je nach Institution unterschiedlichen Motiven wird die Eingliederung der betroffenen Personen bzw. Gruppen vorgegeben oder angestrebt.

In einem gesellschaftspolitischen Spannungsfeld stehen alle drei Perspektiven je nach Sachlage in vielfältigen Wechselbeziehungen. So verstandene soziale Integration kommt nur dann zustande, wenn es gelingt alle drei Perspektiven befriedigend zu vereinigen. Dabei sollte herausgestellt werden: Wir ALLE haben etwas davon!

Auf diesem Hintergrund streben wir an:
Mit Hilfe des Mediums Kultur/Kunst(im weitesten Sinne) die gesellschaftliche Integration von sozialen Bezugs-, Problem- und Randgruppen zu fördern.
Dabei sollen durch das Bereitstellen geeigneter Rahmenbedingungen und das Schaffen – auch öffentlicher – Freiräume neue Erlebnisse und Erfahrungen für professionelle Anbieter(z.B.: Künstler, Pädagogen, Literaten, Akrobaten etc.) aktiv Mitwirkende und ein interessiertes Publikum ermöglicht werden. Allen beteiligten Personen und Gruppen eröffnet die Wahl bzw. der Wechsel der Perspektiven und die Möglichkeit zum Rollentausch überraschende und ungeahnte Interpretationsmöglichkeiten und ein möglicherweise neues (Lebens-) Verständnis. So kann durch das „Miteinander – kreativ – sein“ und das Anbieten gemeinsamer Erlebnisräume in solchen Foren zugleich Integration gelebt und genossen werden. In diesem Sinne wünschen wir Veranstalter uns eine Reihe von Multiplikatoren für unsere Ideen. Zudem möchten wir auch in Zukunft offen gegenüber den Erfahrungen im Bereich Kultur/Kunst/Kreativität bleiben und erhoffen uns noch weitere sinnvolle Entwicklungsmöglichkeiten, die auch in diese Präambel einfließen sollen.

Die vollständige Vereinssatzung kann hier heruntergeladen werden: Vollständige Vereinssatzung